Das System der sozialen Sicherheit in Griechenland
Das System der sozialen Sicherheit in Griechenland wird hauptsächlich von der Nationalen Organisation für die Erbringung von Gesundheitsdiensten (EOPYY) verwaltet. Dieses System, das eine öffentliche Krankenversicherung und bestimmte Sozialleistungen umfasst, wird durch Beiträge der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und des Staates finanziert. Die öffentlichen Gesundheitsdienste Griechenlands bieten eine umfassende Abdeckung, aber viele Einwohner entscheiden sich auch für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung, um von einem schnelleren Zugang zur Gesundheitsversorgung zu profitieren.
Wer ist versichert?
- Griechische Einwohner: Jeder, der in Griechenland arbeitet oder wohnt, ist automatisch durch das Sozialversicherungssystem abgesichert. Dazu gehören Arbeitnehmer, Selbstständigerwerbende und Rentner.
- Europäische Expats: Dank der europäischen Abkommen haben EU-Bürger unter bestimmten Bedingungen Zugang zur Gesundheitsversorgung in Griechenland, einschließlich der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC). Für einen vollständigen Versicherungsschutz ist jedoch eine Anmeldung bei der griechischen Sozialversicherung erforderlich, wenn der Expat einen dauerhaften Wohnsitz hat.
- Ausländische Rentner: Europäische Rentner, die nach Griechenland ziehen, können ihre Ansprüche auf Sozialversicherung und Krankenversicherung von ihrem Heimatland aus über das Formular S1 übertragen. Dieses Formular ermöglicht es Rentnern, in Griechenland Gesundheitsversorgung zu erhalten, während sie in ihrem Heimatland versichert sind.
Beiträge und Krankenversicherung
Die Sozialversicherungsbeiträge variieren je nach Beschäftigung und Status (Arbeitnehmer, Selbstständiger, Rentner). Bei Arbeitnehmern werden die Beiträge zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer aufgeteilt. Für Selbstständigerwerbende wird der Beitrag direkt an die Krankenkassen überwiesen.
Die öffentliche Krankenversicherung in Griechenland umfasst:
- Medizinische Konsultationen: Konsultationen mit Allgemeinmedizinern oder Fachärzten, die dem EOPYY angeschlossen sind, sind weitgehend abgedeckt. Für besseren Komfort und kürzere Wartezeiten ist es jedoch möglich, gegen eine zusätzliche Gebühr Privatärzte zu konsultieren.
- Krankenhausaufenthalt: Öffentliche Krankenhäuser bieten Dienstleistungen an, die kostenlos oder zu sehr moderaten Preisen sind. Die Notfallversorgung wird in der Regel gut verwaltet, obwohl die Qualität der Infrastruktur je nach Region variieren kann.
- Medikamente: Verschreibungspflichtige Medikamente werden teilweise erstattet, abhängig von der Behandlung und den bestehenden Vereinbarungen. Patienten zahlen in der Regel zwischen 10 % und 25 % der Gesamtkosten.
Renten- und Sozialleistungen<
p id= » »>Neben der Krankenversicherung deckt die griechische Sozialversicherung weitere wichtige Aspekte ab, wie z. B. Rentenleistungen. Die Höhe der Renten in Griechenland hängt von den während des gesamten Erwerbslebens gezahlten Beiträgen und dem Rentenalter ab, das auf 67 Jahre festgesetzt ist, mit der Möglichkeit eines vorzeitigen Ruhestands unter bestimmten Bedingungen.
Expats, die in mehreren europäischen Ländern gearbeitet haben, können über das EU-Rentenkoordinierungssystem eine Rente beantragen. Jedes Land berechnet dann den Anteil der Rente, der den auf seinem Hoheitsgebiet gearbeiteten Jahren entspricht.
Wie melde ich mich bei der griechischen Sozialversicherung an?
Expats, die nach Griechenland ziehen und Sozialleistungen in Anspruch nehmen möchten, müssen sich bei EFKA (der wichtigsten Sozialversicherungseinrichtung in Griechenland) registrieren. Hier sind die wichtigsten Schritte:
- Erhalten Sie eine griechische Steueridentifikationsnummer (AFM): Diese Nummer ist für jedes Verwaltungsverfahren in Griechenland unerlässlich.
- Registrieren Sie sich bei EFKA: Es ist notwendig, sich zu registrieren, um eine griechische Sozialversicherungsnummer (AMKA) zu erhalten, die den Zugang zu Pflege- und Sozialleistungen ermöglicht.
- Krankenversicherung abschließen: Wenn Sie nicht sofort gesetzlich versichert sind, kann eine private Krankenversicherung eine Option sein, insbesondere um die Übergangszeit abzudecken.
Ratschläge für Expatriates
- Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC): Beantragen Sie vor Ihrer Abreise nach Griechenland Ihre EHIC, um von der Notfallversorgung zu profitieren, während Sie darauf warten, Ihre Situation zu regeln.
- S1-Formular: Wenn Sie ein EU-Rentner sind, ist dieses Formular für die Übertragung Ihrer Sozialversicherungsansprüche unerlässlich.
- Private Krankenversicherung: Auch wenn das öffentliche System eine gute Absicherung bietet, kann der Abschluss einer privaten Versicherung eine gute Idee sein, um schneller und für nicht-europäische Expatriates Zugang zur Versorgung zu erhalten.
Fazit
Die Sozialversicherung in Griechenland bietet einen umfassenden Versicherungsschutz für europäische Einwohner und Expats, mit qualitativ hochwertiger Versorgung und relativ einfachem Zugang zu medizinischer Versorgung. Um jedoch völlig beruhigt zu sein, wird oft empfohlen, diesen Versicherungsschutz durch eine private Versicherung zu ergänzen, insbesondere für Neuankömmlinge oder Nicht-EU-Bürger. Der Umzug nach Griechenland, sei es für den Ruhestand oder für ein neues Lebensabenteuer, wird einfacher, wenn man die Aspekte der sozialen Sicherheit beherrscht.